Statt einer Kopfgeburt über das Thema „Kopfgeburt“ lieber nochmal ganz persönlich:
Heuer werde ich am Heiligen Abend wohl ein Neugeborenes im Arm halten, wie schon am Montag im Wilhelminenspital. Und wieder werde ich berührt sein von den winzigen Fingern, den wie zufällig sich öffnenden Äuglein und der gelegentlichen „Busensuchgrimasse“. So ein kleines Geschöpf nahe bei sich zu haben macht sanft und still; es schmilzt Eisherzen und befriedet die Seele. Dankbarkeit ist ein grundlegender Aspekt von Spiritualität, sagte mir der weise/greise David Steindl-Rast in einem Interview im Mai. Und zutiefst dankbar bin ich, dass das Christkind heuer in Gestalt meines Enkerls zu uns kommt: Gabriel, der Herzengel.
Aber ich werde auch an einen denken, der diesmal nicht wie in den vergangenen Jahren beim Weihnachtsfest dabei ist, weil er – jünger als ich und viel zu früh – im Sommer plötzlich verstarb. Ich wünsche mir, dass für ihn eine Kerze am Tisch steht.
Tod und Leben, sterben und geboren, Sarg und Krippe werden heuer somit ganz nah beieinander liegen. Die (nicht nur weihnachtliche) Botschaft dazu: Mach das Beste aus deinem Leben, nütze jede Gelegenheit zu Herz- und Horizonterweiterung, pflücke den Tag – es könnte der letzte sein.
Euch AdressatInnen wünsche ich zum Geburtsfest Jesu kleine und große Glückmomente. Lasst euch berühren vom Flügelschlag der Engel – in welcher Gestalt auch immer sie sich zeigen.