Adventmail 2012/15 (Geburt)

Ob es ein Bub oder Mädchen wird, lässt sich am Bauch einer Schwangeren ablesen. Diese Überzeugung ist weit verbreitet, ich habe sie selbst mehrfach aus dem Mund von Verwandten gehört.
Jedoch – egal ob spitz oder eher breit, hoch oder tiefliegend: Der Bauch der Mutter ist noch viel weniger als persönliches Fühlen und Spüren geeignet, das Geschlecht des Ungeborenen zu verraten. In einer Untersuchung der Universität Baltimore fanden Forscher keinerlei Zusammenhang zwischen Bauchform und Geschlecht. Selbst die Träume der Schwangeren hatten eine höhere Trefferquote.
Ein anderer Schwangerschaftsmythos ist die These, dass Babys intelligenter werden, wenn sie noch im Mutterleib mit Musik von Mozart beschallt werden. Einschlägige Studien lassen jedoch keinerlei Rückschlüsse in diese Richtung zu. Ein Zusammenhang von Musikrezeption und Denkvermögen lässt sich nicht nachweisen.
Hinzu kommt, dass die Bedingungen im Mutterleib für das Hören von Musik nicht gerade optimal sind: Die Bauchdecke und das Fruchtwasser dämpfen von außen kommende Geräusche und verfremden sie. Unmittelbar konfrontiert ist das Ungeborene hingegen mit den Geräuschen, die der Körper seiner Mutter produziert: mit ihrem Herzschlag oder Verdauungsvorgängen.
Doch auch wenn die mütterlichen Fürze (Mozart hätte diese Deftigkeit wohl gefallen) dem Baby vertrauter sind als die kleine Nachtmusik, kann es nicht schaden, den Wohlklang von Klassik auf das Gemüt der Mama – und damit indirekt auch auf den Fötus – wirken zu lassen.
Die Eingabe von “Baby Mozart” auf YouTube ergibt übrigens immerhin 25.000 Treffer.

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