Musikalische Weltreisen mache ich seit … ja, vielleicht seit ich als Freddy-Quinn-Fan im Volksschulalter dessen Seemannslieder wie „Junge, komm bald wieder“ hörte (das heute nicht mehr zu meinen Lieblingen gehört). Im Lauf der Jahre lernte ich abseits von Superhits und Mainstream-Pop immer wieder spannende Musik aus unterschiedlichen Kulturkreisen kennen und schätzen. Die folgende Liste „MusikWeltReise“ habe ich in meiner Spotify-Bibliothek anlegt und sie für euch freigeschaltet – 80 Klangminuten für Adventtage jenseits von „Last Christmas“ und „All I Want For Christmas Is You“:
- Youssou N’Dour, „Seven Seconds“ – war auch hierzulande ein Megahit, ich geb es zu. Aber den Star aus dem Senegal hörte ich in Wien einmal live und war begeistert von seiner Stimme „aus flüssigem Silber“ (Peter Gabriel). Sein Duett mit Neneh Cherry gehört zu meinen absoluten Lieblingssongs.
- Marisa Monte, „Na Estrada“ – Gute-Laune-Musik von Feinsten aus Brasilien, gesungen von der als klassische Sängerin ausgebildeten M.M.
- Paul Simon mit Ladysmith Black Mambazo, „Homeless“ – aus dem legendären Album „Graceland“, mit dem der US-Star Brücken nach Südafrika schlug und einem grandiosen Ensemble hier „die Bühne überlässt“
- Paul Simon, „She moves on“ – Nochmals der begnadete Pop-Komponist, diesmal mit südamerikanischer Polyrhythmik vom ebenfalls großartigen Album „The Rhythm of the Saints“
- Mari Boine, „Gilvve Gollat“ – Hier geht’s in den hohen Norden zu den Samen Skandinaviens, deren bekannteste Sängerin die Norweger als zwangsmissionierende „Herrenrasse“ bezeichnet
- Buena Vista Social Club, „Chan Chan“ – Wieder ein Welthit der Weltmusik, zum Niederknien interpretiert von den Leuten, die Ry Cooder in Habana einsammelte. Ich hörte die CD immer wieder auf einer Radtour durch die Toskana mit meinem Vater, der manchmal sagte: „Geh, spiel die alten Herren aus Kuba noch einmal“.
- Ali Farka Touré, „Diaraby“ – Bei dieser hypnotischen Aufnahme des begnadeten Gitarristen aus Mali spielt Ry Cooder selbst auf der Slide Guitar mit. Ich fühl mich beim Hören wie auf einem langsamen Kamelritt durch die Wüste.
- Jim Pepper, Carla Bley, Charlie Haden, Don Cherry u.a., „The Ballad Of The Fallen“ – Folksong aus El Salvador, verjazzt von lauter Jazz-Granden, darunter der Dakota Jim Pepper, den ich in Wien mal live erleben durfte
- Mercedes Sosa, „Gracias a la vida“ – Was für eine schöne Stimme die Argentinierin doch hat, die mir zusammen mit diesem Text die Tränen in die Augen treibt
- Paco de Lucia, „Entre Dos Aguas“ – Flamenco von einem der größten Gitarristen, dem spanischen Teil der drei „Super Guitars“
- Madredeus, „O Pastor“ – Teresa Salgueiros glockenheller Engelsgesang und ihre (damalige) international bekannte portugiesische Gruppe gehört zu meinen absoluten Lieblingen. Offenbar auch für Wim Wenders, der Madredeus für den Soundtrack von „Lisbon Story“ verpflichtete
- Frauenchor aus Sofia, „The Little Bird Is Singing“ – Die LP „Le Mystère des Voix Bulgares“ hörte ich vor Jahren immer wieder, finde diesen Balkan-Chorgesang nach wie vor unvergleichlich.
- Cheb Khaled, „Aicha“ – Der Mann aus Oran (Algerien) sorgte mit diesem Lied für einen Welthit der Rai-Musik.
- Vera Bila, „Pas O Panori“ – So nah kann Weltmusik sein: Eine tschechische Roma singt eine Weise aus dem reichen Liedgut ihres fahrenden, so oft verfemten Volkes.
- Jan Garbarek, „In Praise Oft Dreams“ – Zu Unrecht als Esoterik-Jazz bezeichnet wurden die von der Volksmusik inspirierten Kompositionen des norwegischen Saxophonisten, den ich mehrmals auch live erlebte.
- Hubert von Goisern, „Heast as net“ – Österreichs musikalischer Grenzüberschreiter par excellence, den ich vor kurzem interviewte, soll auch in dieser Liste vorkommen. Ich mag ihn einfach.
- Gotan Project, „Epoca“ – Elektronisch bearbeiteter Tango von diesem Pariser Trio. Schon sehr sexy, nicht?
- Edvard Grieg, „Solveigs Lied“ – Auch das hörte ich live im Rahmen einer Wanderreise nach Schweden und Norwegen, an dem Ort nördlich von Lillehammer, wo alljährlich das aus „Peer Gynt Festivalen“ stattfindet.
