Bei kaum einem Thema liegen Ende und (Neu-)Beginn so eng zusammen wie bei der christlichen Vorstellung von Auferstehung, ohne die laut Paulus der Glaube bloßer Humbug wäre. Ich liste heute 10 Fragen und Antworten rund um die Auferstehung auf und versuche dabei die Skepsis und den Agnostizismus heutiger Zeitgenoss:innen zu berücksichtigen:
- Ist die Auferstehung Jesu nicht einfach eine schöne Legende?
Christ:innen glauben: Sie ist kein erfundener Mythos, sondern ein einmaliges Handeln Gottes in der Geschichte. Das leere Grab und Begegnungen mit dem Auferstandenen haben die ersten Jünger:innen so tief erschüttert, dass sie ihr Leben danach ausrichteten und sogar dafür hingaben. - Kann man heute wirklich glauben, dass jemand von den Toten aufersteht?
Aus naturwissenschaftlicher Sicht sicher nicht – aus Glaubenssicht ist für Gott nichts unmöglich. Die Auferstehung sprengt die Grenzen dessen, was Menschen aus eigener Kraft begreifen oder bewirken können. - Vielleicht haben sich die Jünger:innen einfach geirrt oder etwas gesehen, das sie sehen wollten?
Die Evangelien erzählen, dass die Jünger zunächst zweifelten und Angst hatten. Erst die wiederholte Erfahrung: „Er lebt“ – nicht als Geist, sondern wirklich – hat sie verändert. Diese Glaubenserfahrung wurde zum Ursprung der Kirche. - Warum ist es so wichtig, dass Jesus auferstanden ist?
Weil sonst alles beim Alten bliebe: Kreuzigung, Gewalt, Tod hätten das letzte Wort. Die Auferstehung bedeutet: Gott bestätigt Jesus und sein Leben der Liebe. Das Gute siegt – endgültig. - Was heißt Auferstehung konkret – lebt Jesus jetzt irgendwo im Himmel?
Nicht als Körper aus Fleisch und Blut, sondern in einer neuen, göttlichen Wirklichkeit. Christ:innen glauben: Er ist nicht verschwunden, sondern gegenwärtig – in seinem Geist, im Gebet, in der Gemeinschaft, in der Liebe. - Und was hat das mit mir zu tun?
Die Auferstehung Jesu ist ein Versprechen: Auch unser Leben ist nicht vergeblich. Gott will, dass wir leben, jetzt und über den Tod hinaus. - Aber niemand ist von dort zurückgekommen, um das zu bestätigen...
Stimmt. Außer Jesus, sagen Christ:innen. Der Glaube an ihn beruht nicht auf einem Beweis, sondern auf Vertrauen: auf die Glaubwürdigkeit seiner Botschaft und der Zeugen, die ihr Leben darauf gesetzt haben. - Ist die Hoffnung auf Auferstehung nicht einfach eine Angst vor dem Nichts?
Vielleicht. Aber Christen sehen darin mehr: die Ahnung, dass Leben einen tieferen Sinn hat. Der Glaube sagt, dass diese Sehnsucht nach Leben von Gott selbst kommt. - Wie soll man sich ein „Leben nach dem Tod“ vorstellen?
Nicht als Fortsetzung wie auf Erden. Die Bibel spricht von einem „verwandelten“ Leben bei Gott, frei von Leid, Schuld und Trennung – ein Dasein in Liebe und Licht. - Warum sollte dieser Glaube heute noch relevant sein?
Weil er Hoffnung gibt, die trägt – auch angesichts von Leid, Krieg oder Tod. Wer an Auferstehung glaubt, lebt mit der Überzeugung: Kein guter Gedanke, keine Liebe, kein Leben geht verloren.