Adventmail 2025/14 (Anfang/Ende)

„Alles ist vorherbestimmt, Anfang wie Ende, durch Kräfte, über die wir keine Gewalt haben. Es ist vorherbestimmt, für Insekt nicht anders wie für Stern. Die menschlichen Wesen, Pflanzen oder der Staub, wir alle tanzen nach einer geheimnisvollen Melodie, die ein unsichtbarer Spieler in den Fernen des Weltalls anstimmt.“ Wer dieses sagte, war kein Geringerer als Albert Einstein (1879-1955). Er war der wohl einflussreichste Wissenschaftler des 20. Jahrhunderts, weil er das Verständnis von Raum, Zeit und Materie grundlegend veränderte.

Den „unsichtbaren Spieler“ nannte Max Planck (1858-1947) explizit: „Für den gläubigen Menschen steht Gott am Anfang, für den Wissenschaftler am Ende aller seiner Überlegungen.“ Planck gilt als Begründer der Quantenphysik, in diesem Forschungsfeld bekam neben ihm auch der gebürtige Innviertler Anton Zeilinger (*1945) einen Nobelpreis, Er sah seinen Glauben an Gott nie im Widerspruch zur Naturwissenschaft – und wurde deshalb immer wieder gerne von Kathpress zitiert wurde.

Eine andere Geistesgröße, Stephen Hawking (1942-2018), ist diesbezüglich skeptischer: „Wenn das Universum einen Anfang hatte, können wir von der Annahme ausgehen, dass es durch einen Schöpfer geschaffen worden sei. Doch wenn das Universum wirklich völlig in sich selbst abgeschlossen ist, wenn es wirklich keine Grenze und keinen Rand hat, dann hätte es auch weder einen Anfang noch ein Ende; es würde einfach sein. Wo wäre dann noch Raum für einen Schöpfer?“

Da stellt sich mir die berühmte Heidegger-Frage (die eigentlich schon Leibniz formulierte). „Warum ist überhaupt etwas und nicht vielmehr nichts?“ Da ist der Weg nicht weit zum Gott der Philosophen – der freilich nochmal was ganz anderes ist als der von Jesus vertraut angesprochene, den Menschen zugewandte „Abba“.

Ein paar weniger metaphysische Zitate zum Thema Anfang und Ende hab ich noch:

„Now this is not the end. It is not even the beginning of the end. But it is, perhaps, the end of the beginning.“ Das sagte Winston Churchill 1942, mitten im Krieg nach verheerenden Bombardements auf englische (und deutsche) Städte.

„Am Anfang war das Wort und nicht das Geschwätz, und am Ende wird nicht die Propaganda sein, sondern wieder das Wort.“ Dein Wort in Gottes Ohr, Gottfried Benn!

„Alle Menschen sollten ihre Kindheit von Anfang bis Ende mit sich tragen.“ Wie recht du hast, Astrid Lindgren.

„Die wichtigsten Dinge des Lebens spielen sich zwischen Anfang und Ende des Verdauungskanals ab.“ Das ist fast schon zu prosaisch, quasi Darm ohne Charme, Paracelsus.

Ein Gedanke zu „Adventmail 2025/14 (Anfang/Ende)

  1. Max Planck ist doch eine sehr beeindruckende und imponierende Persönlichkeit unter den theoretischen Physikern, steht dem populären Supergenie Albert Einstein da kaum nach.

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